☽︎Rosis Morgenhimmel

Der Himmel der Wikinger

Was wir über den Himmel des Nordens wissen, steht vor allem in zwei isländischen Büchern: in der Prosa-Edda des Snorri Sturluson, um 1220, und in der Lieder-Edda, deren Handschrift um 1270 entstand. Beide wurden von Christen aufgeschrieben, lange nach der Wikingerzeit. Dazu kommen Sagas, ein norwegisches Lehrbuch aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, isländische Kalendertexte und Sternnamen, die erst die Volkssprache späterer Jahrhunderte bewahrt hat. Wer genau liest, findet darin Wölfe hinter Sonne und Mond, Augen und einen Zeh, die zu Sternen wurden, und viel nüchterne Zeitrechnung.

Ein nordisches Horoskop gab es nicht. Keine Quelle kennt einen Tierkreis der Wikinger oder Sternzeichen, die nach Göttern benannt wären; was im Internet als „Wikinger-Horoskop“ kursiert, ist eine moderne Erfindung. Auf diesen Seiten lesen Sie deshalb, was die Überlieferung tatsächlich sagt und an welcher Stelle spätere Gelehrte nur vermutet haben.

Die Themen

Diese Seiten trennen, was in einer mittelalterlichen Quelle steht, von dem, was Gelehrte später vermutet oder hinzugedichtet haben, und sagen jeweils, von wem es stammt.