Runen · Freyrs Geschlecht
Ansuz
Laut: a · Der Name: Ein Gott, einer der Asen
- Wort
- Rat
- Einsicht
Was die alten Runengedichte sagen
Im altenglischen Runengedicht heißt die Rune os, der Mund, Ursprung aller Rede und Stütze der Weisheit; vielleicht bedeutete das Wort ursprünglich ebenfalls Gott. Das norwegische Runenlied versteht óss als Flussmündung, durch die die meisten Reisen gehen. Erst das isländische Gedicht nennt óss einen Gott: den alten Gautr, Fürsten von Asgard und Herrn von Walhall, also Odin.
Wie man sie heute liest
Moderne Runenleser verstehen Ansuz als Rune des Wortes, des Rates und der Einsicht. Sie denken an ein Gespräch, das weiterhilft, an eine gute Frage oder an genaues Zuhören. Weil das isländische Gedicht Odin nennt, verbinden viele Bücher sie mit Weisheit im weitesten Sinn.
Umgekehrt
Umgekehrt deutet man sie heute als Missverständnis oder als ein Wort, das nicht ankommt.
Als Rune des Tages
Hören Sie heute einmal länger zu, als Sie es gewohnt sind. Oft liegt die Antwort im zweiten Satz des anderen.
Ein Brief, ein Anruf, ein paar ehrliche Worte: Vielleicht wartet heute jemand darauf, von Ihnen zu hören.
Runen als Orakel zu lesen ist eine moderne Idee, die auf Guido von List (1908) und Ralph Blum (1982) zurückgeht; die Menschen der Wikingerzeit schrieben mit Runen Namen, Inschriften und Zauberwörter.